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Wappen von Walberberg
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Aldeburg / Foto: KeßlerDie Aldeburg

Dieser „sagenumwobene“ und heute unter dichtem Wald verborgene, frühgeschichtliche Ringwall wird nach bisherigen Recherchen erstmals um 1530 im „Weisthum der Herrlichkeit Walberberg“ schriftlich erwähnt und im Volksmund „de ahl burch“ genannt. Über das tatsächliche Alter dieser Abschnitts- bzw. Ringwallanlage ist man sich nach wie vor uneinig. Ob die noch recht gut erhaltene Fliehburg im frühen Mittelalter von den Franken errichtet wurde oder sogar bereits in vorchristlicher Zeit dem Schutz der keltischen Bevölkerung diente, darüber ist sich die Geschichtsschreibung bis heute nicht schlüssig. Für beide Theorien gibt es aussagekräftige Hinweise.

Die Aldeburg (vom lat. “altus”; gleich “hoch gelegen”) liegt rund 450 m (ca. 360 m Luftlinie) südwestlich der Kitzburger Mühle, auf einem von Westen nach Osten leicht abfallenden Hang zwischen zwei Siefen. Die ovale Anlage hat einen Schutzraum von gut 0,6 ha und zählt somit zu den kleineren Ringwallanlagen.

Er besteht aus einem verhältnismäßig starken Wall, der im Norden bis auf 4 m ansteigt und dem im Westen ein Graben vorangestellt wurde. Dieser mündet im Süden in den Siefen und im Norden in ein sumpfiges Wasserloch. Das Hauptportal befindet sich an der west-nordwestlichen Ecke. Ein schwacher kleiner Vorwall mit Graben liegt dicht westlich, ein sich von Siefen zu Siefen ziehender flacher Graben mit vorgelagertem Wall dicht östlich der Wallanlage.

Die Anlage wurde von den Vermessungs- ingenieuren in spe (cand. geodät.) K.H. Dorn und H. Werner im Jahre 1948 ver- messen und kartiert, nachdem schon 1923 P.A. Tholen den frühmittelalterlichen Ringwall ausführlich beschrieben hatte.

Während der Normannen- und Ungarneinfälle (881 bis 882 sowie 919 bis 926) hatte die Aldeburg den Einwohnern von Walberberg sicherlich als Zuflucht gedient. Ob der Ringwall nun bereits von den Menschen in vorchristlicher Zeit als Fluchtburg genutzt wurde oder dieser erst von den Franken im frühen Mittelalter errichtet wurde, so zählt er doch mit dem Römerkanal zu den ältesten historischen Objekten unseres Ortes. Da es dort bisher keine archäologischen Ausgrabungen gegeben hat, so bleibt es wohl zukünftigen Forschergenerationen vorbehalten, das genaue Alter unserer Aldeburg zu erkunden.

Am Rande bemerkt ...

Grabenwallanlagen sind in der rheinischen Urgeschichte häufiger anzutreffen. Die ältesten wurden auf das 5. Jahrtausend v. Chr. datiert. Bei diesen handelt es sich meist um relativ kleine Anlagen, die rund 1 ha Innenfläche durch einfache oder mehrfache Gräben (die Wälle blieben selten erhalten), unterbrochen von wenigen Tordurchlässen, umschließen und vereinzelt durch auf den Wallkuppen aufgesetzten Palisadenreihen zusätzlich gesichert waren.

Lageplan Ringwall