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Wappen von Walberberg
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MuseumDetails-LOGOEin Teil der Walberberger Geschichte
 
                  Archiv 2010
Exponat des Monats

                                                                                                                               Januar 2010    

Steinbeil EdM2010-01
Beilklinge aus Lousberg-Feuerstein

um 3.500 v. Chr.
15,3 cm lang
Fundort: südwestlich der Rheindorfer Burg in der Nähe des Holzbaches.
Fundkoordinaten: r. 6330/ h. 2920

Die Klinge aus dunkelbraunem Feuerstein hat einen rhombischen Querschnitt und ist an der Schneide geschliffen. Sie wurde 1953 von Hans Oster gefunden. Das Original befindet sich im Rheinischen Landesmuseum Bonn unter der Inventar-Nr. 55/92 (Beschreibung: BJ 1954-55, S. 39). Im Museum haben wir einen originalgetreuen Abguss.

Auf dem Lousberg bei Aachen wurde in der Jungsteinzeit ein intensiver Feuerstein-Bergbau betrieben. Bergleute bauten im Tagebau plattenförmige Feuersteine ab, die sich besonders gut zur Herstellung von Beilklingen eigneten. In Siedlungen in der Umgebung wurden sie anschließend geschliffen und vermutlich auch dort in Holzschäfte eingesetzt.

Heute sind nur noch die Beilklingen zu finden, da vom Holzschaft nach tausenden von Jahren nur unter besonders günstigen Lagerungsbedingungen noch organische Reste erhalten sind.
 

                                                                                            Februar 2010  

V1-20-wopt
Beilklinge aus Jadeit-Gestein

ca. 5. Jahrtausend v. Chr.
16,2 cm lang, ovaler Querschnitt, Spitze abgebrochen
Fundortkoordinaten: r. 6330 / h. 2920

Das dunkelgrüne Gestein ist von braunen Eisenoxydadern durchzogen.
Fundort: südwestlich der Rheindorfer Burg in der Nähe des Holzbaches
Die Beilklinge wurde 1955 von Schulkindern gefunden.
Das Original befindet sich im Rheinischen Landesmuseum Bonn, Inventar-Nr. 55/91 (Beschreibung BJ 1954-55, S. 392/394)

Erst 2003 – 2004 wurde die geographische Herkunft der grünfarbigen Beilklingen entdeckt. Die Steinbrüche und die Werkplätze zur Gewinnung der Rohgesteinblöcke liegen in den Hochlagen des Monte Viso in den italienischen Alpen im Piemont und auf dem Monte Beigua in den Apenninen östlich Genua. Die Verbreitung der wertvollen Klingen erfolgte europaweit über festgelegte Handelsrouten. Die Abbauaktivität konnte mit Hilfe der C14-Methode auf einen Zeitraum von 5.200 – 4.000 Jahre v. Chr. nachgewiesen werden.

Beilklingen aus Jadeit werden auch als Prunk-Beilklingen bezeichnet, weil sie wegen ihres hochwertigen Materials und ihrer glatten, grünlichen Oberfläche vor allem als Schmuckobjekte und Statussymbole dienten. Sie wurden selten in Holzschäfte eingelassen und weisen deshalb kaum Gebrauchsspuren auf.

Jadeit-Beilklingen fand man in ganz Europa. Die häufigsten Funde stammen aus den jungsteinzeitlichen Gräbern in der westlichen Bretagne. In Deutschland gehört auch das Rheinland zu den Fundschwerpunkten.
 

Informationen zu Steinbeilen und der Auswirkungen der Jungsteinzeit auf die allgemeine Lebenssituation der Bevölkerung finden Sie im Exkurs № 1. Weiter zu " Exkurs Nr. 1"!

                                                                         März 2010    

EdM2010-03-Römischer-HenkelRömischer Henkelkrug

Entstehung: röm. Kaiserzeit,
ca. 200-300 n. Chr.
Fundkoordinaten: r 6404, h 2903

Der aus beigefarbenem Ton gefertigte Krug hat einen birnenförmigen, dekorlosen Korpus mit engem, wulstig auskragendem Hals und einem kleinen Ohrenhenkel.

Maße:
- Höhe: 26,4 cm
- größter Durchmesser: 16,2 cm.

Der helle Tonkrug wurde 1954,  zusammen mit einem kleinen Topf, etwa 100 m oberhalb des Hexenturms  gefunden. Es handelt sich bei diesem Exponat wahrscheinlich um eine Grabbeigabe.

       April 2010    

Kugeltopf_woptKarolingischer Kugeltopf

Entstehung: 8.-9. Jahrhundert
Fundkoordinaten: r 6364, h 2950

Der Kugeltopf wurde 1952 bei Ausschachtungen für den Neubau der Albertus-Magnus-Akademie des Dominikanerklosters im Rahmen einer vom Rheinischen Landesmuseum durchgeführten Ausgrabung eines größeren Töpfereibezirks von insgesamt 11 Töpferöfen gefunden Er ist dekorlos mit dem für Walberberg typischen, nach außen umgestülpten Lippenrand.

Farbe der  körnigen Oberfläche: grau
Höhe :19 cm, Durchmesser: 19 cm
Kugelform mit Wackel-/Linsenboden

Neben meist unverzierten einfachen Kugeltöpfen wurden in dem Grabungsfeld auch Kugeltöpfe mit kleinen Bandhenkeln und kurzen Ausgusstüllen gefunden.

                                                                              Mai 2010    

Pingsdorf wopt

Pingsdorfer Amphore

Entstehung: 10. - 12. Jahrhundert
Höhe: 30 cm, größter Durchmesser: 23 cm Fundort: unbekannt

Die gelbliche, hart gebrannte Irdenware ist mit lockerem Pinseldekor (Kringel-/Wellenmuster) auf der Amphorenschulter bemalt. Dort befinden sich auch eine kleine Ausgusstülle und zwei breite Bandhenkel, die zum Aufhängen der Amphore benutzt werden konnten. Der bauchige Körper ruht auf einem gewellten Standring.

Wegen seiner lebhaften Bemalung war dieser Gefäßtyp auch außerhalb von Pingsdorf sehr be- liebt und verbreitet. Er diente zur Aufbewahrung und zum Transport von Wein und Öl.
Diese Amphore wurde dem Museum 2010 von Katherine Frommberger geschenkt.

                                                Juni 2010    

Weinfässchen aus Steinzeug

Entstehung: 1731
Höhe: 50 cm, größter Durchmesser: 30 cm Fundort: Limburg, Walberberg

Das graubräunliche Fässchen aus hochgebrannter und wasserundurchlässiger Irdenware ist eines der wenigen noch existierenden Zeugnisse aus der Walberberger Weinkultur. Das Weinfässchen hat ein Fassungsvermögen von rd. 16 Litern und wurde für den Hausgebrauch eingesetzt.

Es weist Bandverzierungen und diverse Stempelmarken auf. An der dem Füllloch entge- gengesetzten Seite ist eine Abplattung vorhanden. So konnte es gefahrlos auf den Tisch gestellt werden, ohne wegzurollen. Nach dem Leeren ging der Besitzer zum  “Winzer seines Vertrauens” und ließ es wieder befüllen.

Dieses Fässchen wurde dem Museum 2010 von Christian Schoroth geschenkt.

Weinfass von 1731wopt

Juli 2010    

Fragment des Altar-Mosaiks von Peter StrausfeldFragment aus dem Altarmosaik des ehemaligen Dominikanerkloster

Entstehung: 1934
Höhe: 35 cm, Breite: 50 cm
Fundort: Bauschutt Dominikanerkloster

Das von Peter Strausfeld entworfene und unter Mithilfe der angehenden Patres 1934 fertiggestellte Mosaik füllte fast die gesamte Altarwand der Klosterkirche aus und zeigte Dominikus, den Gründer des Ordens, zu Füßen des gekreuzigten Christus. Dieses Mosaik war angelehnt an ein Gemälde von Fra Angelico („Hl. Dominikus am Kreuze Christi“) aus dem Kloster San Antonio in Florenz.

1967/1968 wurde im Rahmen des Umbaus der Klosterkirche dieses Mosaik komplett abgeschla- gen und zerstört. Neben dem Kopf existiert nur noch diese linke Hand Christi als Beleg für dieses großartige Gemeinschaftswerk. So vermitteln wenigstens diese erhalten gebliebenen Teilstücke eine Vorstellung über die Farbgestaltung und das Material dieses einst über 20 Quadratmeter großen Mosaikkunstwerkes. Weitere Infos über den Künstler Peter Strausfeld und seine für Walberberg geschaffenen Werke finden Sie hier! Weiter zu " Exkurs Nr. 1"!

Baron von Canstein überließ 2010 das gerahmte Mosaikfragment dem Förderkreis als Dauerleihgabe für das  Heimatmuseum.

                                                                                     August 2010    

Bruchstück eines Fortunareliefs, Oberkörper und Oberteil des Füllhorns, SandsteinFortuna-Relief 
Sandstein, 2. Jh. n.Chr.

Fortuna wurde schon seit frühester Zeit von den Römern verehrt. Ursprünglich war sie Schutzgott- heit für Wege und Transporte, später Göttin des Glücks und des Erfolges. Das Glück, in Form von Reichtum und Überfluss, wird häufig durch ein Füllhorn symbolisiert, aus dem Getreide und Früchte herausquellen. Auch auf dem in Botzdorf gefundenen Relieffragment erkennt man noch Reste von Weintrauben, die aus dem erhaltenen Füllhornfragment herabhängen.

Dieses interessante Exponat können Sie noch bis Ende September 2010 in unserem Heimatmuseum bewundern. Neben diesem Relief können noch Münzen, Schmuck und römisches Geschirr aus der Zeit besichtigt werden. Nutzen Sie die Gelegenheit, bevor diese seltenen Stücke wieder in der Asservatenkammer des Rheinischen Landes- museums verschwindet.

                                                                           September 2010    

Schale mit Reliefdekor, Terra Sigillata, Ende 2.  Jh. n.Chr.Terra-Sigillata-Schüssel mit Reliefdekor (Girlanden, Kränze)
geklebt mit Fehlstellen

Höhe 9,2 cm
Durchmesser 18,8 cm
2. Jahrh.  n. Chr.
Fundort: Bornheim-Botzdorf 2002

Diese Schüssel ist ein typisches Beispiel der roten Terra-Sigillata-Keramik. Sie war das „Sonntagsporzellan“ der Römer.
 

Die glänzende rote Oberfläche wurde durch Verwendung eines eisenhaltigen Tons erreicht, der allerdings bis zum Ende des 1. Jahrhunderts nur in Italien und Südfrankreich bekannt war. Daher musste die in den germanischen Provinzen verwendete Terra Sigillata von dort importiert werden und war entsprechend teuer. Erst im 2. und 3. Jahrhundert wurde geeigneter Ton auch in Obergermanien entdeckt. Eine große Produktionsstätte gab es z.B. in Bergzabern in der Pfalz.

Terra Sigillata kann völlig unverziert sein, manche Formen zeigen aber auch üppigen Reliefdekor mit pflanzlichen oder figürlichen Motiven. Oft kennzeichnen die Hersteller ihre Produkte mit Stempeln (lat. sigillum = Stempel), die ihren Namen oder ein Werkstattkürzel tragen. Das Reliefmuster entstand durch eine Schablone, in die der weiche Ton gedrückt wurde. So konnten mit gleichem Muster zahlreiche identische Gefäße hergestellt werden.

Dieses interessante Exponat können Sie noch bis Ende September 2010 in unserem Heimatmuseum bewundern. Neben dieser Terra-Sigillata-Schüssel können noch Reliefs, Münzen, Schmuck und römisches Geschirr aus der Zeit besichtigt werden. Nutzen Sie die Gelegenheit, bevor diese seltenen Stücke wieder in der Asservatenkammer des Rheinischen Landesmuseums verschwindet.

Eckdaten zum Fundort

Villae rusticae waren römische Landgüter im Hinterland, die Militärlager und städtische Zentren mit landwirtschaftlichen Produkten versorgten. Eine Villa bestand aus einem Hauptgebäude, in dem die Familie des Besitzers wohnte und Nebengebäuden für das Personal sowie Wirtschaftsgebäude wie Ställe oder Speicher. Vereinzelt finden sich auch kleine Handwerksbetriebe, die überwiegend für den Eigenbedarf produzierten. Größe und Ausstattung hingen vom Vermögen der Besitzer ab.

In Botzdorf  wurden insgesamt fünf Steingebäude eines solchen Landgutes gefunden, die gegen Ende des ersten Jahrhunderts errichtet wurden. Vier davon lassen sich als Nebengebäude ansprechen. Am besten erhalten war das Herrenhaus, das jedoch nur teilweise erfasst wurde. Der gegrabene Ausschnitt bestand aus einem großen Raum in dessen Südostecke eine kleinere Kammer abgetrennt war. Darin wurden ein verstürztes Geschirrregal und mehrere größere Gebrauchsgefäße gefunden, so dass eine Interpretation als Vorratsraum nahe liegt. Der sich östlich anschließende, nicht vollständig erfasste Wohnraum, besaß einen Estrichboden und bemalten Wandputz.

Nachträglich wurde ein Badegebäude angefügt, dessen Heizungsanlage von dem großen Raum aus befeuert wurde. Trotz der geringen Größe besaß es alle für einen römischen Badegenuss nötigen Einrichtungen: Einen Umkleideraum, ein Kaltwasserbecken, ein Warm- und ein Heißbad. Der sehr qualitätvolle bemalte Wand- und Deckenverputz und das Fragment einer Fortunastatuette zeugen von einem gewissen Vermögen der Bewohner.

Das Hauptgebäude fiel etwa um 200 n. Chr. einem Brand zum Opfer. Im 3. Jahrhundert n. Chr. wurde der große Raum sekundär weitergenutzt: Der Schürkanal des Bades wurde zugemauert und in der Mitte eine Darre - ein Niedrigtemperaturofen zum Trocknen von Früchten und Getreide - und eine kleine Ofenstelle eingebaut. Zwei Mühlsteine, einer davon noch schräg an der Darre lehnend, zeugen von einer landwirtschaftlichen Nutzung. Ansonsten gibt es auf dem Gelände nur noch sporadisch Befunde aus dieser Zeit.

Aus dem Frühmittelalter (5. Jahrhundert) stammen die Bestattungen einer Frau mit ihrem Kind bei einem der Nebengebäude.

Oktober 2010    

EDM-2010-10Schutzgöttin (Abguss)
Höhe 16 cm
Entstehung: 220 n. Chr.
Fundort: unbekannt

Die Statuette stellt die Göttermutter Kybele dar, deren Verehrung die Römer von den Griechen übernommen haben. Auf der Rückseite  sind die Signatur des Töpfermeisters (Servandus) und die zeitliche Datierung eingeritzt: SERVANDUS CCXX (220 n. Chr.)

Das aus Ton gefertigte Original finden Sie im Römisch Germanischen Museum in Köln unter der Inventar-Nr. RGM 3180.

Die Römer verehrten eine Vielzahl von Göttern und Göttinnen. Besondere Anziehungskraft hatten die Gottheiten aus dem Osten. In Kybele wird die Mutter Erde verehrt. Der Kybele-Kult stammt ursprünglich aus Kleinasien, wurde von den Griechen übernommen und war später auch im gesamten römischen Reich verbreitet. Statuetten von Gottheiten waren ein beliebter Figurenschmuck auf römischen Hausaltären.

 

November 2010    

Konsole---bärtiger-MännerkoRomanisches Kapitell
Pfarrkirche St. Walburga
ca. 11. Jahrhundert
Höhe 30 cm

Das beschädigte Kapitell zeigt einen bärtigen Männerkopf.
Es wurde 1945 in einer Rundbogennische des nördlichen Seitenschiffes der Pfarrkirche gefunden, in der auch Reste ornamentaler gotischer Wandmalerei aufgedeckt wurden.

 

 

Dezember 2010    

Glockenfragment-1419Fragment der Walburga-Glocke von 1419/1879

Das Fragment ist das einzige erhaltene Reststück der ältesten Walberberger Glocke. Sie wurde 1419 gegossen. 1879 musste sie erneuert werden, nachdem sich zuvor ein Riss im Glockenmantel gebildet hatte.

Diese Glocke stammt wahrscheinlich aus dem ehemaligen Zisterzienserinnenkloster in Walberberg und hatte ihren Platz vermutlich im kleinen Dachreiter der Klosterkirche. Bis 1944 hing sie als letzte in Walberberg verbliebene Glocke im Kirchturm und verbrannte in den Trümmern der Pfarrkirche, als diese am 17.10.1944 von Bomben getroffen wurde.
1984 wurde die Glocke nach einer Stiftung von Peter und Margarete Langen neu gegossen.
Weitere Detais zu den Walberberger Glocken finden Sie hier ... Weiter zu " Archiv - Exponat des Monats" ...