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Wappen von Walberberg
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MuseumDetails-LOGOEin Teil der Walberberger Geschichte
 
                 Archiv 2011
Exponat des Monats

                                                                                                                               Januar 2011    

EDM2011-01-Pingsdorfer-Bech

Pingsdorfer Becher

Höhe:  15 cm
Fundort: unbekannt

Die  hellbraune, hart gebrannte Irdenware hat einen  eiförmige Körper mit  einer relativ kleinen Mündung und angedeuteter Wulstlippe. Der angesetzte Wellenfuß hat einen etwas kleineren Durchmesser als die Öffnung. Der obere Teil ist mit einem umlaufenden Gittermuster verziert.

Der abgebildete Becher ist ein typisches Beispiel der  Pingsdorfer Keramik  des 10.-12. Jahrhunderts.  Kennzeichnend sind rot- bzw. braun-violettfarbige dünngliedrige Gitter, Fischgrätenornamente oder wellenförmige  Pinselstriche. (vgl.  Pingsdorfer Amphore - EDM-Mai 2010)

      Die Pingsdorfer Keramik wurde nicht zuletzt aufgrund der auffallenden Bemalung durch den Handel weit verbreitet und auch in anderen Töpfereigebieten auf ähnlich Weise hergestellt. Sie wird nach ihrem ersten Fundort allgemein als „Pingsdorfer Ware“ bezeichnet.

Februar 2011   

EDM-2011-02Romanische Schmuckfliesen
Maße: 12 x 12 cm
Fundort:
Pfarrkirche St. Walburga

Die  quadratischen Tonfliesen sind mit einer rotbraunen Glasur überzogen. Wappenartige Ornamente verbinden die  Fliesen zu einem kunstvollen Muster.

Die Fliesen  wurden  während der umfassenden Renovierung der Pfarrkirche zwischen 1981 und 1988 gefunden und  stammen wahrscheinlich aus der alten Zisterzienserinnenkirche (1197 bis 1447). Bereits 1945/46 wurde im Mittelschiff ein Plattenmosaik aus grauschwarzen und rotgelben Tonfliesen gefunden, die teilweise im Zuge der Wiederherstellungsarbeiten in der Jodocuskapelle neu verlegt wurden. Außerdem  war In der Achse des Mittelschiffs  eine Rosette in den Fußboden eingebettet, die aus einem Mittelkreis und vier gleich breiten Kreisringen  mit abwechselnd rotgelben und grauschwarzen Dreieckfliesen bestand. Da diese Rosette genau mit den Rosetten von St. Pantaleon (1170/80) und Brauweiler (um 1200) übereinstimmt, kann sie ebenfalls in diesen Zeitraum datiert werden.
 

März 2011    

Kirchberg-DioramaDiorama - Kirchberg St. Walburga

Die detailgetreuen Modelle der Gebäude  wurden von Heinrich Wolter im Maßstab von 1:50  erstellt. Sie umfassen die Pfarrkirche, das Pfarrhaus, das „Haus im Garten“ sowie den dazwischen liegenden Altbau. Alle Modelle sind aus Holz gefertigt und zeigen neben der äußeren  Form auch die Innengestaltung mit Treppen und Raumaufteilung. Sogar die Beleuchtung und die Außenanlagen wurden liebevoll nachgebildet.

Das Modell der Pfarrkirche entstand nach dem Umbau der Pfarrkirche  1988 nach den Plänen des Architekten Kurt Kleefisch. Die Modelle von Pfarrhaus mit Anbau sowie vom „Haus im Garten“ wurden 2008 geschaffen. Das Diorama hat eine Gesamtgröße von 2,5 Quadratmetern.

Am 4. Adventssonntag 2008 hatte Heinrich Wolter den ”Neubaukomplex” in einer Feierstunde im Walberberger Heimatmuseum der Pfarrei St. Walburga übergeben und seither kann das gesamte “Kirchberg-Diorama” im Heimatmuseum bewundert werden. Pfarrer Matthias Genster bedankte sich bei Heinrich Wolter mit den Worten: „Jetzt ist der Vatikan von Walberberg fertig“.

Im Jahr vor seinem Tod (2010) hatte Heinrich Wolter  noch  ein Modell des Hexenturms begonnen, um den Kirchberg mit diesem Walberberger Wahrzeichen zu ergänzen.

Pfarrkirche-Zeichnung-A0-72April 2011  

Schule in der  Pfarrkirche

Das Bild zeigt die südliche Seitenansicht der Pfarrkirche aus der Zeichnung von 1770 des Geometers T. Schumacher.

In der beigefügten Erklärung der Zeichnung  heißt es:
a und b ist ein mit der Kirche zusammenhängender Theil, der im 14. Jahr- hundert noch, wo mit der Kirche ein Cisterzienser Nonnenkloster vereinigt war, ... und in zwei Etagen geteilt war. [...]
g ist das gefährliche Kamin im Kirchendach, welches von dem Theil b, so im vorigen Jahr zur Schule bestimmt wurde, ausgeht.

In Walberberg gab es bereits seit 1689 eine allgemeine Schule nordöstlich des Kirchhofs, die von dem damaligen Besitzer der Kitzburg, Kanonikus Thomas von Quentel, gestiftet worden war.

Ob der in der Zeichnung von 1770  erwähnte Schulraum zu dieser Schule gehörte oder vielleicht eine gesonderte schulische Einrichtung der Jesuiten war, die  1591  die Pfarrkirche und die Klostergebäude  übernommen hatten, ist nicht bekannt.

EdM-2011-05---BartmannkrugMai 2011

Bartmannkrug

Höhe: 26 cm
größter Durchmesser: 16 cm

Zwischen den verschiedenen Arten der Keramik nimmt das Rheinische Steinzeug des 16. und 17. Jahrhunderts eine Sonderrolle ein und dabei stellten die Bartmannkrüge aus Frechen die wohl populärste Gattung dar. Es handelte sich überwiegend um Trink- oder Schenkkrüge, die am Hals mit der plastischen Auflage eines bärtigen Gesichtes verziert waren, einem so genannten Maskaron.

Schon seit dem Mittelalter war das salzglasierte Steinzeug  ein wichtiger Wirtschaftsfaktor und ein echter Exportschlager, den man nicht nur in Europa, sondern auch in Afrika und Amerika gefunden hat. Der Ton der Bartmannkrüge wurde bei Temperaturen um 1300 Grad gebrannt, so dass er allein durch die Sinterung wasserundurchlässig wurde. Dazu kam die typische Salzglasur, bei der während des Garbrandes Salz in den Ofen gegeben wurde. Dabei schlug sich das Natriumoxyd auf der glühenden Ware nieder und verband sich mit Tonerde und Quarz. Dieser Überzug sorgte für Wasserundurchlässigkeit, Kratzfestigkeit und Säurebeständigkeit. Durch diese  Materialeigenschaften sowie die dekorative Gestaltung im Zeitgeschmack der Renaissance war das Rheinische Steinzeug den Konkurrenzprodukten weit überlegen. Die Verwendung von Matrizen für die Reliefauflagen in Form bärtiger Männergesichter, Wappen, Blätter und Blüten ermöglichte nahezu unendliche Variationsmöglichkeiten in der Dekoration der verschiedenen Gefäße.

Juni 2011

Siegburger Pulle

Höhe: 16,5 cm
größter Durchmesser: 16 cm

Neben Brühl und Frechen ist Siegburg der dritte bedeutende Töpferort in unserer Nähe. Seit dem 9. /10 Jahrhundert wurde dort zunächst wie bei uns Gebrauchskeramik aus  Irdenware hergestellt. Ab Ende des 13. Jahrhunderts konnten in Siegburg erstmals in Europa Gefäße aus Steinzeug gebrannt werden. Unter Steinzeug wird eine Keramik verstanden, die durch hohe Brenntemperatur vollkommen durchsintert, d. h. die Bestandteile sind miteinander verschmolzen und somit wasserundurchlässig.  Die Blütezeit erreicht  das Siegburger Steinzeug im 15. und 16. Jahrhundert.
Die vorherrschende Scherbenfarbe ist ein ein gedecktes, leicht grünliches Weiß mit meist hellgrauer Oberfläche
Neben Krügen, Bechern und Flaschen entwickeln sich spezifische kugelförmige Gefäße, die teilweise mit Bildauflagen versehen werden. Eine dieser speziellen Siegburger Gefäßarten ist die sogenannte „Pulle“. Oft werden biblische Szenen in der Auflage verwendet. Auf der abgebildeten Pulle ist die Bergpredigt aus dem Neuen Testament dargestellt. Die Auflage wurde über eine Matrize in einem aufwändigen Arbeitsverfahren erstellt und anschließend im Brennvorgang mit dem Gefäßkörper verbunden.

EdM-2011-06---Siegburger-Pu

Juli 2011

 

Ältestes  Fachwerkhaus von Walberberg

1952 wurden von Oberstufenschülern der damaligen Volksschule im Werkunterricht Modelle der schönsten Fachwerkhäuser hergestellt.
Leider sind nur wenige Modelle erhalten geblieben. Zwei dieser Modelle können Sie im Walberberger Heimatmuseum bewundern. Die Abbildung zeigt das sogenannte “Mirgel-Haus“ auf der Hauptstraße 115. Es ist nicht nur das älteste Fachwerkhaus im Dorf, sondern auch der einzige erhaltene Teil eines fränkischen Viereckhofes.

EdM-2011-07---Mirgel-Haus-M

Auch wenn das Modell nicht vollständig dem Original entspricht und über die Jahre bereits erhebliche Beschädigungen erfah- ren musste, so zeigt es neben dem Wohnhaus noch den ehemaligen Torbau, der leider 1960 einem Neubau weichen musste. Auf dem Balken über der Eingangstür steht die Jahreszahl 1660 sowie ein lateinischer Hausspruch, der auf Deutsch bedeutet: “Der Friede des Herrn sei mit euch, und der Name des Herrn sei gepriesen”.
Im Keller des 1988 fachgerecht restaurierten Originalhauses fand man einen vollständig erhaltenen Backes, woraus zu schließen ist, dass im Haus einmal eine Bäckerei gewesen sein könnte. Als Verkaufsraum diente vielleicht der zur Straße gelegene Raum, der noch heute einen eigenen Zugang besitzt.

EdM-2011-08-AmpforeHenkel

Fotos: Sammlung FHW

August 2011

Reliefbandamphore (Bandhenkel)
8.- 10. Jahrhundert
Maße: Höhe: 60 cm / Durchmesser: 45 cm
Fundort: Walberberg, Buschgasse 28, 1958

Reliefbandamphoren sind aus hellem Ton gebrannte  Vorratsgefäße  ohne Standfläche, deren Wandung mit Zierbändern geschmückt sind, die zur Stabilität des Gefäßes beitragen. Sie waren bis zu 70 cm hoch und wurden als Transportgefäße für Wein und Pflanzenöle benutzt. Die aufgelegten Bänder wurden mit Rollstempeln verziert. Walberberg, Eckdorf, Badorf  und Pingsdorf  waren die wesentlichen  Produktionsorte. Die Amphoren wurden  nicht nur regional benutzt, sondern auch in viele europäische Länder exportiert.

In mehreren Kirchen wurden Reliefbandamphoren auch als Schallgefäße in das Mauerwerk eingebaut. Entsprechende Scherben fanden sich sowohl in St. Viktor zu  Xanten als im  Münster St. Quirin zu Neuss und in der Abteikirche Duisburg- Hamborn. Sogar in Haitabu (Dänemark) stieß man auf Scherben von Reliefbandamphoren.

Zwischen 2006 und 2008 wurden im frühmittelalterlichen Töpfereibezirk am unteren Franz-von-Kempis-Weg ebenfalls Scherben von Reliefbandamphoren aus dem 8. Jahrhundert gefunden.

EdM2011-09 Steinbeil

Fotos: Sammlung FHW

September 2011

Beilklinge aus baltischem Feuerstein
um 3.500 v. Chr.
Maße: 11,5 cm lang, 2 – 4 cm breit
Fundort:  Winneschkuhl 
 

Thomas Krumbach fand die Beilklinge 1961 auf seinem Feldgrundstück östlich des Ortes im Bereich der sogenannten Winneschkuhl, wo auch Ziegel und Bruchsteine einer römischen villa rustica gefunden wurden. Das aufwendig geschliffene Beil zeigt deutlich sichtbare längliche Schliff- Facetten auf dem Beilrücken und unregelmäßige  helle Flecken.

Das Gesteinsmaterial ist ein baltischer Feuerstein, der vermutlich mit der Eiszeit bis ins nördliche Rheinland transportiert wurde. Die Bearbeitung erfolgte in der Jungsteinzeit in speziellen Werkstätten im Rheinland.

EdM2011-10 Dechselklinge aus Aktinolith-Hornblendeschiefer

Fotos: Sammlung FHW

Oktober 2011

Dechselklinge aus Aktinolith-Hornblendeschiefer
5. Jahrtausend v. Chr..- 10. Jahrhundert
Maße:
13,2 cm lang und 2,8 cm breit
Fundort: Nähe des Holzbaches

Der Dechsel wurde 1959 von Jakob Metternich südwestlich der Rheindorfer Burg, in der Nähe des Holzbaches gefunden.
Wegen seiner Form wird er auch als Schuhleistenkeil bezeichnet.

Das Steinmaterial Aktinolith-Hornblendeschiefer wurde in Böhmen bei Jistebsko abgebaut und dort auch zu Dechselklingen geschliffen.  Aktinalith-Klingen wurden in zahlreichen jungsteinzeitlichen Siedlungs- bereichen Westeuropas gefunden. So auch bei uns im Rheinland.

Im Gegensatz zu Beilklingen, deren Klinge längs zum Holzschaft eingesetzt ist, werden Klingen, die quer zum Holzschaft eingesetzt sind, als Dechsel bezeichnet. Auch sie dienten zur Hozbearbeitung.
 

EdM2011-11 Hohlmaß

Fotos: J. Tück

November 2011

Tockenmaß (Scheffel oder Sümmer)
undatiert und ohne Eichungsstempel
Durchmesser von 38,9 cm
Höhe: 17,4 cm
Volumen: 20,6 Liter

Das zylindrische Hohlmaß stammt aus dem Karthäuserhof an der Kitzburger Str. 27 und wurde dem Förderkreis Historisches Walberberg von Fritz Breuer als Dauerleihgabe für das Heimatmuseum zur Verfügung gestellt. Es diente vermutlich zum Abmessen  kleinerer Getreidemengen.

Nördlich des heutigen Wohnhauses Kitzburger Str. 25 stand bis Ende des 18. Jahrhunderts eine der drei bisher bekannten  Mühlen von Walberberg. Sie wurde von einem inzwischen versiegten Bach betrieben. Der Bach entsprang in der Flur "Im Kaiser" südwestlich des Sportplatzes am unbebauten Grundstück Irlenpütz Nr. 17. Er verlief südlich entlang des Treppenweges und der unteren Hanrathstraße  zur Mühle „om Blech“.

Als einzige Erinnerungen an die ehemalige Mühle gibt es zwei Mühlsteine. Der eine steht im Vorgarten des Hauses Kitzburger Str. 25. Ein zweiter, etwas kleiner Mühlstein befindet sich nun im Garten eines Hauses am Schwadorfer Kreuz.
 

Dezember 2011

Aufgrund der Arbeiten zur Vorbereitung der 1050-Jahr-Feier in Walberberg wird die Reihe erst in 2012 fortgesetzt.
Freuen Sie sich schon jetzt auf weitere interessante Exponate aus unserem Heimatmuseum.

Das Archiv mit den Exponaten des Monats aus 2010 finden Sie hier! Weiter zu " Archiv - Exponat des Monats" ...