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Wappen von Walberberg
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MuseumDetails-LOGOEin Teil der Walberberger Geschichte
 
                 Archiv 2012
Exponat des Monats

EdM2012_01

Foto: Tück

Januar 2012

Römisches Vorratsgefäß  (Honigtopf)
Entstehung: ca. 2. Jahrhundert n. Chr.
Höhe: 24 cm
größter Durchmesser: 27,5 cm
Fundort: Walberberg

Die Scherben des Fragments wurden 1971 in einer Baugrube am Franz- von-Kempis-Weg Nr. 50 gefunden. Auf dem Nachbargrundstück (Buschgasse 27) stieß man 1982 auf ein römisches Wasserbecken sowie auf römische Ziegel. In der Nähe lag wohl ein römisches Landgut.

Das glattwandige und hell gebrannte bauchige Vorratsgefäß  mit einer relativ engen Mündung diente  in der römischen Küche häufig zur Aufbewahrung von Honig und wird deshalb als Honigtopf bezeichnet. Der Gefäßtyp wurde allerdings auch für andere Produkte wie z. B. Oliven benutzt.
 

EdM 2012-02 Brühler Krug

Februar 2012

Brühler Krug
Höhe: 13,2  cm
größter Durchmesser: 10,2 cm
14./15. Jahrhundert
Fundort: unbekannt

Die seit dem 7./8. Jahrhundert in Walberberg, Eckdorf, Badorf, Pingsdorf und Kierberg (Merreche) verbreitete Töpfertätigkeit verlagerte sich im 13. Jahrhundert unter dem Schutz der neuen Stadt Brühl in die südliche Innenstadt. Die Uhlstraße (Uhl = Topf) wurde zum Zentrum der Töpfer.

In relativ kurzer Zeit entwickelt sich eine ungewöhnliche Vielfalt von Formen für Trink- und Vorratsgefäße. Erstmals tauchte im Rheinland die Tasse auf. Ebenso neu war die Weiterentwicklung des Kugeltopfs zu einem Kochtopf mit drei Füßen (Grapen). Daneben wurden Feldflaschen, Kelche und Becher in phantasievollen Variationen hergestellt.

Nach dem großen Brühler Stadtbrand von 1530 musste die Töpferei wegen der Brandgefahr aufgegeben werden. Viele Töpfer verließen Brühl und ließen sich woanders nieder, teilweise in Frechen oder Siegburg.

Foto: Tück

März 2012

Kirmesgruppe mit Ätzebär
Kathrin Eß, Kunsthandwerkerin aus Walberberg, schuf ab Mitte der 1970er Jahre Puppen, die sie aus der eigenen Erinnerung und aus Erzählungen als Zeugnisse der längst vergangenen Zeit so authentisch wie möglich nachzubilden versuchte.
Die hier dargestellte Kirmesgruppe um den „Ätzebär“ (Erbsenbär) erinnert an einen Karnevalsbrauch im Vorgebirge, der vielen Älteren noch bekannt ist.
Die Junggesellen wickelten einen aus ihrer Gruppe in Erbsenstroh, zogen mit ihm singend und tanzend durch die Straßen und ließen den Ätzebär vor der Tür an einer Kette tanzen, wo es dann im Anschluss einen Obulus gab. Das Geld wurde am Ende der Kirmes gemeinsam vertrunken. Gelegentlich wurde die Gruppe auch von einem Musikanten mit Teufelsgeige begleitet.

 Als Musikinstrumente dienten ein Bombass (ein Besenstiel mit daran befestigtem Blechtopf und Deckeln), auf die kräftig geschlagen wurde  sowie ein Rommelsbott (ein Topf mit einer zugebundenen Blase), durch den ein Holzstäbchen auf- und abgezogen wurde, was einen dumpf rasselnden Ton erzeugte.

EdM-2012-03-Ätzebär---Eß

Foto: Tück

April 2012

Fehlbrand eines Kugeltopfs
8.-9. Jahrhundert
Höhe 17 cm,  Fundort Buschgasse 28

Der  gut erhaltene Fehlbrand ist wahrscheinlich durch  Überhitzung des Ofens entstanden. Meistens landeten diese Produkte als Scherben in einer Abfallgrube. Weshalb dieses Exemplar erstaunlicherweise nicht zerstört wurde, lässt nur auf einen glücklichen und seltenen Zufall schließen.
Der Bereich der Buschgasse gehörte im frühen Mittelalter neben dem Gebiet an  der Rheindorfer Burg zu den größten Töpfereibereichen in Walberberg.  Allein an der Buschgasse stieß man bei Ausschachtungen für Neubauten auf 15 Töpferöfen. Dabei wurden  zahlreiche Scherben von Kugeltöpfen und Reliefbandamphoren gefunden.

 

Foto: Tück

EdM 2012-04 Kugeltopf-Fehlbrand

Mai 2012

Walzenbecher

ca. 13. Jahrhundert
Höhe 19 cm
größter Durchmesser: 9 cm
Fundort unbekannt

Der Walzenbecher ist ein unbemalter Schankbechertyp.
Die Bezeichnung geht auf den geringen Bauchdurchmesser dieser Becher zurück. Oberhalb des größten Durchmessers sind Drehriefen zu erkennen, die durch das Anhalten einer Töpferschiene erzeugt werden.
Der eingezogene Hals weitet sich nach oben  und schließt mit einem hier abgebrochenen deutlich gekehlten Rand ab.

Die meisten Walzenbecher haben kräftig profilierte Wellenfüße, die ein rationelles Stapeln im Ofen gestatten.

Die Oberfläche der Walzenbecher ist ganz überwiegend braun.

Foto: Tück

EdM 2012-05 Walzenbecher

Juni 2012

Modell der Aldeburg

Größe: 40 x 50 cm
Erbaut 2008 von Jonas, Mia und Niklas  Montenarh

Der Ringwall „Aldeburg“ (vom lateinischen „altus“ = hoch gelegen) gehört zu den noch ungeklärten Denkmalen unseres Ortes. Er liegt etwa 450 m südwestlich der Kitzburger Mühle im dichten Wald zwischen den Quellbächen des Siebenbaches. Die ovale Anlage hat eine Fläche von gut 0,6 ha und diente  als Fliehburg vor feindlichen Überfällen.  Der bis zu 4 m hohe Wall war wahrscheinlich mit Palisaden bewehrt. Im Innenraum standen wohl Holzhütten als Wetterschutz für Menschen und Tiere.  Es ist bisher ungeklärt, ob es sich um einen vorchristlichen Ringwall der Kelten oder eine frühmittelalterliche Fliehburg der Franken handelt.

Foto: Tück

EdM-2012-06-Aldeburg

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Juli 2012

Bäuerin mit Kind

Größe: 45 cm / 23 cm hoch

Kleinbäuerin bzw. Tagelöhnerin mit “Weusch” und “Schanz”. Sie ist bekleidet mit Häuptchen, “Sielewärmer” und “Bonnes”. Das kleine Mädchen trägt ebenfalls ein Püngelche Knüppele.

Kathrin Eß, Kunsthandwerkerin aus Walberberg, schuf in den 1970er Jahren zahlreiche Puppen, die Menschen aus längst vergangener Zeit in typischen Alltagssituationen  aus eigener Erinnerung oder nach  Erzählungen darstellen. (siehe auch Exponat März 2012) Dabei legte sie besonderen Wert auf die Anfertigung einer zeitlich authentischen Bekleidung der dargestellten Personen.

Das hier gezeigte Ensemble, das zu ihren Lieblingsfiguren zählte, zeigt  einen Rückblick in die mühsame Arbeit des Holzsammelns in wirtschaftlich harten Zeiten um 1925, verbunden mit der selbstverständlichen Einbindung der Kinder in die Alltagsarbeit der Erwachsenen.
 

Foto: Tück

EdM-2012-07-Kleinbäuerin-mi

Foto: Slg. FHW

August 2012

Ölgemälde der Kitzburg
40 x 30 cm
2003 gemalt von Horst Bursch

Dr. Bursch schenkte das Gemälde im März 2012  dem Förderkreis Historisches Walberberg e.V.   anlässlich der 1050-Jahr-Feier von Walberberg. Das Ölgemälde bereichert im Heimatmuseum das Ensemble der geschichtlich bedeutendsten Gebäude des Ortes von Pfarrkirche, Hexenturm und Rheindorfer Burg.

Die Kitzburg gilt als eines der schönsten Wasserschlösschen im Vorgebirge. Das Fundament des mittelalterlichen Vorgängerbaues enthält Gussbrocken des Römerkanals. Die Kitzburg war bis 1549 ein Lehen des Kölner Erzbischofs und stand dem jeweiligen Brühler Amtmann zur Verfügung. Die heutige Gestalt der Kitzburg  entstand im Jahr 1671 unter dem Straßburger Fürstbischof Franz Egon von Fürstenberg. 1682 ging das für gut zehn Jahre als Fürstenburg bezeichnete Gebäude  in den Besitz des Kanonikus Thomas von Quentel über, der ihr wieder den alten Namen gab. 1757 erwarb Franz Peter von Becker die Kitzburg,  in deren Familie sich die Burg  über von Groote, von Kempis und von Canstein bis heute befindet.

Foto: Keßler

Bild-Kitzburg---Bursch
EdM 2012-09 CIMG7021

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September 2012

Ölgemälde des Dominikanerklosters
von Johann Kolvenbach  (1910 – 1978)
Leihgabe von Margret Grugel

Das ohne Jahresangabe versehene Ölbild zeigt das Dominikanerkloster aus der Zeit um 1950, bevor die Erweiterungsbauten  der  Albertus-Magnus-Akademie mit  dem Hörsaaltrakt, der Aula, der Bibliothek, dem Wohnflügel und mehreren Refektorien entstanden.

Der Dominkanerorden kaufte die aus dem 12. Jahrhundert stammende Rheindorfer Burg 1924, renovierte sie von Grund auf und erhöhte die Anlage um ein Stockwerk. Über die Jahre wurde der Komplex zum Studienhaus des Ordens ausgebaut.

Nach 1975 wurde der Betrieb  der weit über Deutschland hinaus  bekannten Hochschule der Dominikaner  eingestellt und 2007 schließlich auch das Kloster aus wirtschaftlichen Erwägungen geschlossen.

2008 kam das Anwesen als „Domäne Walberberg“ in den Besitz des Summit Partners GmbH, die auf dem Anwesen ein 4-Sterne-Schlosshotel mit modernen Tagungsräumen errichten will.

 

Foto: Tück

Oktober 2012

Kugeltopf
ca. 12./13. Jahrhundert
Fundort: 1965 in einer Baugrube an der Frongasse
Höhe 11 cm
größter Durchmesser: 10 cm
Randdurchmesser: 7 cm

Der hartgebrannte dunkelbraune Topf wirkt handwerklich sehr einfach.  Die Kugelform  weist leichte Deformierungen  und Dellen,  unregelmäßige kleine Ritzen und Tonanhaftungen auf. Sowohl der Wackelboden wie der Rand sind  nicht gleichmäßig geformt.
Vom Rand zieht sich ein 4 cm langer Riss  schräg nach unten bis zum oberen Schulterbereich. Er ist  möglicherweise schon beim Brennen durch Überhitzung entstanden .
Im oberen Drittel verlaufen konzentrisch mehrere  flache  Rillen. Schräg darüber zieht sich eine 3 cm lange Kerbe.

Walberberg war vom 7. bis 13.  Jahrhundert ein  bedeutender Töpferort, dessen Ware bis nach Nordddeutschland und in den skandinavischen Nord- und Ostseeraum exportiert wurde.. Kugeltöpfe  dienten als Koch- und  Vorratsgefäße in der Küche.
Die größten Töpfereibezirke lagen in der Nähe der Rheindorfer Burg, an der Buschgasse und am unteren Franz-von-Kempis-Weg.  Hochwertige Tonvorkommen, der nahe Wald und  zahlreiche  Bäche bildeten die notwendigen Voraussetzungen für die mittelalterliche Töpferei-Industrie in “Berech”.

Foto: Tück

EdM 2012-10

November 2012

Bartmann-Krug
ca. 16. Jahrhundert
Raerener Steinzeug
Höhe 13 cm
größter Durchmesser 9.5 cm

Der südlich von Aachen liegende  belgische Ort  Raeren war vom 15.-17. Jahr- hundert ein bedeutender Töpferort, der ganz Mittel- und Nordeuropa mit Gebrauchs- und Kunstgeschirr belieferte. Die Raerener Töpfer übernahmen teilweise Formen und Brenntechniken von Frechen und Siegburg.
Über  Matrizen  wurden  Auflagen  mit bildlichen Darstellungen, Ornamenten oder Gesichtern hergestellt, die dann  auf die Steinzeuggefäße gebrannt wurden.
 Im 17. Jahrhundert wanderten viele Raerener Töpfer in den Westerwald aus und begründeten dort die Keramikproduktion in Höhr-Grenzhausen.
 
Das seit 1963 in einer mittelalterlichen Wasserburg  untergebrachte Raerener Keramikmuseum bietet mit modernster Museumstechnik einen umfassenden Überblick über die Produktpalette  dieses bedeutenden Töpferortes und ist in Verbindung mit einer Fahrt ins nicht weit entfernte Monschau auch eine Reise von Walberberg aus wert.
 

EdM 2012-11

Foto: Tück

Dezember 2012

Deckel  im Pingsdorfer Stil
11./ 12. Jahrhundert
Fundort unbekannt
Höhe: 8 cm,  größter Durchmesser: 9,5 cm

Deckel gehören zu den besonders selten hergestellten  und daher noch seltener gefundenen frühmittelalterlichen Keramikprodukten. Sie dienten zum Abschluss von Bechern und Amphoren.
Der gezeigte Deckel aus hart gebrannter  Irdenware zeigt einen sehr kunstvollen Aufbau und eine lebhafte Bemalung. Über der Verschlussplatte erhebt sich der konisch zulaufende Mittelteil, der in drei  getrennte konzentrische Ringe gegliedert ist. Den Hals überragt ein runder Griffknauf.
Die Bemalung mit parallelen Schräglinien und Gitter-Muster ist typisch für den Pingsdorfer Stil und wurde  auch außerhalb von Pingsdorf gerne nachgeahmt.

Wegen ihrer lebhaften Bemalung erfreute sich die Pingsdorfer Keramik großer Beliebtheit und fand weite Verbreitung.

vgl. Museumsexponate  Mai 2010 und Januar 2011

Foto: Tück

EdM 2012-12

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