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Wappen von Walberberg
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MuseumDetails-LOGOEin Stück Walberberger Geschichte
 
                                           Exkurs № 1

Abb. 1: Nachbau eines neolithischen Steinbeils mit indirekter Schäftung. Das geschliffene Steinbeil wurde in ein ausgehöhltes Hirsch- hornstück eingesetzt und mit Birkenpech verklebt.

Steinbeil-NachbauSchäftung5

Steinbeile als früheste Belege der
Bauernkultur in unserem Ort

 

Mehrere Funde von Steinbeilen aus der Jungsteinzeit zwischen Rheindorfer Burg und Berggeistsee sind eindeutige Belege für die erste Besiedlung unseres Ortes vor über 5000 Jahren. Während sich die Menschen in der Alt- und Mittelsteinzeit ihre Nahrung als Sammler und Jäger beschafften, begannen sie in der Jungsteinzeit (ca. 5500 bis 2300 v. Chr.) in unserer Region, Ackerbau und Viehzucht zu betreiben und wurden sesshaft.

Der Beginn dieser frühen Bauernkultur veränderte radikal die Wirtschaftsweise und erfasste alle Lebensbereiche. Ob die nomadischen Volksgruppen sesshaft wurden oder Bauern aus südlicheren Regionen hier einen neuen Lebensraum suchten ist nicht bekannt. Sie brauchten aber zum Überleben sehr fruchtbaren Boden und da wurden sie in Walberberg und entlang des Osthangs der Ville fündig.

Der Mensch begann seine Umwelt aktiv zu verändern, indem er den Wald für die Viehweide nutzte, und ihn zur Gewinnung von Platz für seine Siedlungen und Äcker rodete. Die Viehhaltung setzt die Zähmung und Züchtung von Haustieren voraus, durch den Ackerbau war der Mensch an seine Äcker gebunden, begann Häuser zu bauen und Siedlungen anzulegen. Der Ackerbau schuf die Grundlage zu einer arbeitsteiligen Gesellschaft. Nahrungsproduktion und Vorratshaltung führten zu einer größeren Unabhängigkeit von der natürlichen Umwelt und bilden die Basis für das anziehende Bevölkerungswachstum.

An Getreidearten waren Einkorn, Emmer, sechszeilige Gerste und Zwergweizen bekannt, an Hülsenfrüchten Erbsen und Bohnen.
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Abb. 3: Holzstiel mit indirekter Schäftung

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Abb. 2: Holzstiel mit direkter Schäftung

Das erste Haustier war sicherlich der domestizierte Wolf. Als Nutztiere (Urform) sind Rind (Auerochse), Ziege (Bezoarziege) und Schaf (Mufflon) nachgewiesen. Pferde und Schweine waren keine Haustiere des Neolithikums. Sie wurden erst vor 4.000 bis 5000 Jahren als Haustiere interessant.

Für die Holzbearbeitung wurden Steine zu Klingen behauen und in durchbohrte Holzschäfte eingesetzt. Die meist konische Form der Beilklinge bewirkte, dass sie sich bei der Arbeit mit jedem Schlag im Schaftloch stauchte und wieder neu befestigte. Durch einen Schlag auf den Beilnacken war es möglich, die Klinge auszutauschen. Die beiden Zeichnungen zeigen beispielhaft die Einsatzmöglichkeit der Steinbeilklingen mit direkter Schäftung (Abb. 2) und indirekter Schäftung (Abb. 1 und 3) über einen "Adapter". Die Größe der skizzierten Gesamtwerkzeuge beträgt jeweils rund 50 cm.
(Maßeinheit Messlatte: 10 cm pro Segment).

Für die Jagd mit Pfeil und Bogen wurden Pfeilspitzen aus Feuerstein zugeschlagen und auf die Holzpfeile gesteckt.