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Bulletin zur Veranstaltung des Förderkreises

Trier, die älteste Stadt Deutschlands!
Tagesfahrt am Samstag, dem 26.09.2009

MarktsäuleBei herrlichem Spätsommerwetter ging es für einen Bus voller gut gelaunter und geschichtsinteressierter Mitbürgerinnen und Mitbürger auf eine außergewöhnliche, kulturhistorische Genussfahrt!

Detlef Loch, unser aus Trier gebürtiger Kassierer, der das Programm für die Fahrt in die älteste deutsche Stadt vorbereitet hatte, stimmte uns auf der Busfahrt durch die noch von Nebelschleiern verzierte morgendliche Eifellandschaft mit fundierten und humorvollen Erläuterungen über die Geschichte von Trier sowie Amphitheaterdie Mentalität und Sprache der Trierer auf das Tagesprogramm ein.

Erstes Ziel war das römische Amphitheater, erbaut um 100 nach Christus. Es bot Platz für 20.000 Besucher. Beeindruckt waren wir von der Holzkonstruktion in dem unter der Arena liegenden Keller, von dem aus ein Bühnenabschnitt mit Seilzügen versenkt werden konnte. Die steinernen Tribünen wurden nach Ende der römischen Zeit (5. Jahrhundert) als Steinbruch für zahlreiche Bauten in Trier verwendet.

Porta NigraDen zweiten Höhepunkt unserer Stadtrundfahrt bildete die Porta Nigra „Schwarzes Tor“, erbaut um 200 n. Chr. Sie war das nördliche Tor der Stadt und hat ihren Namen erst im Mittelalter wegen der Verwitterung des empfindlichen Sandsteins erhalten. Im Mittelalter wurde sie von einer Doppelkirche überbaut, die unter Napoleon wieder abgerissen wurde.

Den Vormittag schlossen wir mit dem Besuch der Konstantin-Basilika ab. Sie wurde im 4. Jahrhundert als Palast des Kaisers Konstantin erbaut und ist das größte erhaltene antike Gebäude (67 m lang,  33 m hoch). Nach Plünderungen durch die französischen Revolutionstruppen 1794 wurde die Palastaula als Militärlazarett genutzt und später als Kaserne genutzt. 1835 schenkte die Stadt Trier die Reste Schloss am Kostantinpalastdes antiken Baus dem preußischen Kronprinzen und späterem König Friedrich Wilhelm IV. Auf Anregung des Trierer Architekten Christoph Wilhelm Schmidt verfügte Friedrich Wilhelm 1844, die Basilika in ihrer ursprünglichen Form wieder aufzubauen. 1856 wurde sie der evangelischen Kirche übergeben und seitdem als Kirche genutzt. Der überwältigende Raum vermittelte uns eine spürbare Vorstellung von der Machtfülle dieses kaiserlichen Raumes. Anfang des 17. Jahrhunderts errichtete Erzbischof Lothar von Metternich an der Süd- und Ostseite ein kurfürstliches Palais, indem er die Ost- und Südwand  Trier Domabreißen ließ.

Nach so viel Geschichte ließen wir uns, umgeben vom historischen Ambiente des Trierer Rathauskellers, das Mittagessen munden und die Getränke den Gaumen kitzeln.

Am frühen Nachmittag erwartete uns dann das letzte historische Glanzpunkt: der grandiose Trierer Dom. Er wurde über den Resten eines römischen Palastes erbaut und über die Jahrhunderte mehrfach umgestaltet. Nach dem Übertritt Kaiser Konstantins zum Christentum wurde hier eine mächtige Basilika errichtet. Die romanische Westfassade stammt aus dem 12. Jahrhundert. Im 16. Jahrhundert wurde der Westturm aufgestockt, weil der Turm der Marktkirche St Gangolf die Domtürme überragt hatte. Anfang des 18. Jahrhunderts wurde im Ostchor eine Heiltumskammer angebaut, in der bis heute der “Heilige Rock“ aufbewahrt wird.

MarktplatzDer weitere Nachmittag stand uns zur freien Verfügung. So blieb noch genügend Zeit, die südländisch anmutende Innenstadt mit dem wunderschönen Marktplatz zu genießen, auf dem zu unserer Freude noch ein Platzkonzert gegeben wurde.

Vor der Abfahrt hatte Detlef Loch noch zu einer Trierer Spezialität eingeladen: einer Kanne Viez. Als Viez bezeichnet man im moselfränkischen Sprachraum den meist stark säurehaltigen Apfelwein. Die verwendeten Apfelsorten sind meist kleine, saure, sehr aromatische Sorten, die kaum für den direkten Verzehr geeignet sind, jedoch recht viel Most ergeben.

Gemütlich beschlossen wir so unsere wunderschöne Exkursion und freuen uns schon auf die nächste Tour, die eventuell Mainz zum Ziel hat. Eine nicht ganz so alte, aber nicht minder interessante Stadt! Wir werden Sie rechtzeitig informieren.