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Wappen von Walberberg
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Ankunft in Aachen am TheaterBulletin zur Veranstaltung des Förderkreises

Aachen, die Karlsstadt im Herzen Europas!
Tagesfahrt am Samstag, dem 24. September 2011
 

Unsere diesjährige Exkursion stand unter dem Motto: »Aachen, die Karlsstadt im Herzen Europas«, und 30 interessierte Mitbürgerinnen und Mitbürger machten sich auf in die Regenhauptstadt Deutschlands, dem rheinischen Seattle. Daher stammt das Bonmot: „Wann weiß der Aachener das Sommer ist? Der Regen ist warm.“

Nun hatten wir uns schon auf den Regen eingestellt, wir kannten ihn ja noch vom letzten Jahr, doch wir wurden in Aachen mit herrlichstem „Kaiserwetter“ empfangen.

Nach einer gut einstündigen Fahrt erreichten wir unseren Zielort. Die Stadt im Dreiländereck heißt eigentlich Bad Aachen. In ihren heißen Quellen, den heißesten Der Elisenbrunnen in Aachennördlich der Alpen, badeten schon rheumageplagte Römer. Den steilen Aufstieg vom Militärbad "Aquae Granni" Büste der Kronprinzessin Elisezur Residenz Karls des Großen verdankt Aachen nicht zuletzt der Vorliebe des Kaisers für warmes, aromatisches Wasser.

Unsere Tagestour startete mit einer Altstadtführung am Elisenbrunnen und wir mussten feststellen, dass Aachen eine sehr „lebhafte“ Stadt ist. Der Elisenbrunnen in Aachen ist ein klassizistischer Bau der Architekten Johann Peter Cremer und Karl Friedrich Schinkel. Den Namen erhielt der Bau von der Kronprinzessin Elisabeth Ludovika von Bayern, gen. Elise, der Tochter des bayrischen Königs Maximilian I. Eine schöne Büste von Elise schmückt die Trinkhalle und es ist anzunehmen, dass sie eine große Verehrerin der Akkupunktur gewesen sein muss, wie man unschwer dem Bild entnehmen kann.Der "Postwagen" in Aachen

Weiter ging’s durch kleine Gässchen, an vielen Brunnen vorbei, um den Dom herum zum „Postwagen“. Er gehört zu Aachen wie Dom und Rathaus. Der Postwagen ist das einzige erhaltene Holzhaus der Kaiserstadt, dessen Geschichte bis in das Jahr 1657 zurückreicht. Heute beherbergt der Postwagen eine urige Kneipe, früher auch einen Bücherladen. Nur eine Poststation war hier nie untergebracht.

Dann gingen wir, unserer Stadtführerin folgend, zum Hühnermarkt mit dem Couven-Museum. Hier steht auch die Rückansicht des Aachener Rathausesrekonstruierte "Adler-Apotheke". Bereits 1662 stand an diesem Ort eine Apotheke. Seit 1857 wurde neben anderen Arzneien auch Schokolade produziert und verkauft. Bis zu 400 Tafeln am Tage fertigte ein italienischer Chocolatier. Im Couven-Museum wird außerdem noch die Entwicklung der bürgerlichen Wohnkultur in Aachen im 18. und 19. Jahrhundert gezeigt.

Nun näherten wir uns dem Rathaus und mussten uns erst den Zutritt „erkämpfen“. Unzählige Hochzeitspaare hatten das Rathaus fest im Griff und wir schlängelten uns durch die Reihen der Paare und Hochzeitsgäste. Aber auch die vielen Försterinnen und Förster, die zum „Waldmarkt“ vor dem Aachener Rathaus aufmarschiert waren, boten Attraktionen und Informationen rund um den Wald.

Trppenhaus zum Krönungssaal mit dem KarlszeichenNachdem wir ohne größere Verluste die Treppenstiegen zum Portal erklommen hatten, konnten wir das gotische Aachener Rathaus, das neben dem Dom sicherlich das markanteste Bauwerk im historischen Stadtkern der Stadt Aachen ist, bewundern. Das Gebäude geht auf Karl den Großen zurück und wurde auf den Fundamenten der Pfalz gebaut. Das zweigeschossige Bauwerk entstand in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts. Der Krönungssaal befindet sich auf der zweiten Etage. Die Wände verzieren farbige, in den Jahren 1847 bis 1861 von Die Reichskleinodien im RathausAlfred Rethel und seinen Schülern geschaffene Historienbilder, die Karls- oder Rethelfresken. Bei den Bränden von 1656 und 1883 wurden große Teile des Bauwerkes zerstört und wieder aufgebaut. Auch der II. Weltkrieg blieb für das Aachener Rathaus nicht ohne Folgen.

An der linken Seite dieses Prachtbaus befindet sich mit dem Granusturm der älteste Teil des Rathauses. Wahrscheinlich gehörte dieser nicht, wie lange angenommen, zur Wohnung Karls des Großen, sondern diente lediglich repräsentativen Zwecken. Am Marktturm befindet sich die Dreikönigspforte, die zur Kaiserstiege und zum Krönungssaal führt.

Im Krönungssaal sind auch die originalgetreuen Kopien der Reichskleinodien ausgestellt, deren Originale sich in der Wiener Weltlichen Schatzkammer befinden. Sie erinnern an die 32 Kaiser- und Königskrönungen, die zwischen 813 und 1531 in Aachen stattfanden. Darunter befinden sich eine Kopie des Reichsevangeliars, das so genannte Schwert Karl des Großen, die Reichskrone Otto I. und der Reichsapfel.

Bäckermeister Klein in seinem ElementApropos Apfel. Jetzt wurde es Zeit für eine Mittagspause, die die Teilnehmer je nach Lust und Laune entweder ausgiebig in einem der vielen gastronomischen Betriebe Aachens oder mit einem kleinen Snack bestritten. Die einen genossen die Ruhe, andere besuchten die Domschatzkammer oder eine andere der vielen sonstigen Attraktionen der Stadt.

Um 14:00 Uhr trafen wir uns dann beim Printenbäcker Klein, der uns die Geheimnisse der Printe und ihre Geschichte in und um Aachen näher brachte. Nicht nur verbal. Wir durften auch kosten und die diversen Printenspezialitäten genießen. Eine herrliche Kombination von würzig duftendem Aroma und leckerem Geschmack in den verschiedensten Geschmacksrichtungen. Da hat die Printe sicherlich neue Freunde im Kreis der Teilnehmer Der Aachener Domgefunden.

Einen letzen Höhepunkt hatten wir uns für den späten Nachmittag aufgehoben, eine Führung durch den Aachener Dom. Der „Kaiserdom“ ist die Bischofskirche des Bistums Aachen und die Hl. Maria die Patronin dieser Kathedrale. Der heutige Dom besteht aus mehreren Teilbauten. Das karolingische Oktogon in der Mitte ist umgeben von mehreren Anbauten aus späterer Zeit. Dazu gehören die gotische Chorhalle im Osten, Der Aachener Königsthrondas Westwerk und einige Seitenkapellen. Den karolingischen Zentralbau ließ Karl der Große gegen Ende des achten Jahrhunderts errichten. Hier befindet sich in der Pfalzkapelle der zur gleichen Zeit errichtete Thron Karls des Großen. Dieser diente bis 1531 den deutschen Herrschern als Krönungsstätte. Karl der Große selbst wurde nicht auf diesem Thron gekrönt. Der Königsthron ist überaus schlicht und schnörkellos gestaltet. Zu dem auf einem Unterbau errichteten Sitz führen sechs Stufen. Der Stuhl selbst besteht aus vier mit bronzenen Klammern zusammengehaltenen Marmorplatten. Der Thron ruht auf vier steinernen Pfeilern. Das ermöglichte es den Besuchern der Marienkirche in späterer Zeit, unter dem Thron hindurchzukriechen, was zugleich eine Demutshaltung gegenüber dem heiliggesprochen Herrscher ausdrückte. Die wie poliert wirkenden Innenflächen der vier Tragpfeiler zeugen davon, dass im Laufe der Jahrhunderte unzählige Besucher diesen Gang absolviert haben müssen. Der ursprünglich karolingische Thron besteht vermutlich aus Spolien aus der Grabeskirche in Jerusalem. Aussehen und Standort des Thrones in der Kapelle wurden im Lauf der Jahrhunderte nie Der Karlsschrein im Aachener Domverändert.

Zum Abschluss der Domführung ging es zum 1215 von Aachener Goldschmieden fertiggestellten Karlsschrein, in dem die Gebeine Karls des Großen ruhen. Er hat die Form einer einschiffigen Kirche ohne Querschiff. Der mehr als zwei Meter lange Eichenholzkasten ist mit vergoldetem Silber und Kupfer bedeckt. Die beiden Längsseiten zeigen acht auf emaillierten Doppelsäulen ruhende Arkaden, unter denen Kaiser und Könige des Reiches thronen. Auf die Echtheit der 96 im Schrein befindlichen Knochen hin angesprochen, sagte unser Domführer, dass man „zu 110% sicher sei, dass es sich um die Gebeine von Karl dem Großen handeln könnte“! Mit diesen Worten verabschiedet er sich und wir hatten noch die Gelegenheit, das mächtige Bauwerk mit seinem kunstvollen Schmuck auf uns wirken zu lassen.

Um 18:00 Uhr traten wir die Rückfahrt an und beschlossen so unsere diesjährige Exkursion, die von dem Team um Jons Tück ausgearbeitet und perfekt organisiert worden war. Eine beeindruckende Stadt mit viel Geschichte und Charme.