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Wappen von Walberberg
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Grabungen 1997
an der Buschgasse

Im Mai/Juni 1997 wurden auf dem Grundstück Buschgasse 25 vier karolingische Töpferöfen, ein hochmittelalterlicher Schmelzofen und die Fundamentreste von mindestens einem römischen Gebäude gefunden.

Die Form des vierten Ofens unterschied sich von den übrigen. Er war länglich-oval, ca. 3,70 m lang und 1,60 m breit. Auffallend an diesem Ofen war, dass der 0,80 m breite Feuerungskanal in das Fundament einer römischen Mauer eingeschlagen war, d.h., die römische Mauer bildete die Wangen des Schürkanals.

Die in den Öfen gefundene Keramik ist mannigfaltig. Neben Kugeltöpfen kommen schlankere Topfformen mit unterschiedlichen Randformen, Schalen und Reliefbandamphoren vor. Die Böden der Gefäße waren kugel- bzw. linsenförmig oder hatten gerade Standflächen. Bislang unbekannt war, dass in Walberberg auch Leitungsrohre hergestellt wurden. In der Arbeitsgrube eines Ofens fanden sich vor dem Feuerungskanal auch einige Webgewichte.

Wie bei Töpfereiabfällen üblich, treten bedingt durch unterschiedliche Brenntemperaturen sowohl weiche hellbeige bis rote Irdenwaren auf oder rotbraun bis dunkelgrau vollständig durchgesintertes Steinzeug.

Die meisten Scherben sind unverziert. Vereinzelt treten neben Reliefbandamphoren Scherben mit eingeritzten Linien, Wellen oder Dreiecken auf. Bekannter sind die die mit Reliefbändern verzierten Amphoren. Die Bänder sind entweder mit rundlichen Einzelstempeln oder mit einzeiligen bzw. mehrzeiligen Rollstempeln versehen, deren Entwicklung unter Umständen von chronologischer Bedeutung sein kann.

Quelle: Ursula Francke, 1998 in Arch. Rheinland, S. 147                                                            Foto: Peter Leyendecker


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1997-06-00-38D-10 Buschg25 Ausgrabung Töpferbrennöfen (2)-601

Die Töpferöfenfunde aus dem 8./9. Jahr- hundert reihen sich ein in die zahlreichen Töpferöfenfunde im Bereich der Busch- gasse seit den 1950er Jahren (s. Rech 1989).

Die Öfen lagen direkt unter der Humusschicht und waren in einem sehr guten Erhaltungs- zustand. Es handelt sich um sog. “stehende” Öfen, bei denen Feuerungsraum und Brenn- raum, in dem die Gefäße gestapelt wurden, übereinander liegen.

Drei runde, im Durchmesser 2,00 m - 2,80 m große Öfen mit einem zentralen Stempel wa- ren noch bis zu einer Tiefe von 1,00 -1,60 m erhalten. Sie hatten alle 2 bis 3 m lange, unregelmäßige Arbeitsgruben, die durch einen Schürkanal mit dem Feuerungsraum, in dem das Holz verbrannt wurde, verbunden waren. Bei einem Ofen war das Gewölbe des Feuerungskanals noch erhalten. (s. Foto)