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Wappen von Walberberg
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Grabungen 2006
am Franz-von-Kempis-Weg

Die ersten bedeutenden Funde waren zwei spätantike Kindergräber aus der ersten Hälfte des 5. Jahrhunderts, von denen eines ungestört freigelegt werden konnte.

Spätantikes Kindergrab mit fünf recht gut erhaltenen Glasgefäßen
Fotos: U. Müssemeier, LVR-ABR

Aus dem ungestörten Grab wurden fünf Gläser geborgen: drei Flaschen, ein Becher und eine Glasschale, die umgestülpt im Bauch-/Brustbereich des Kindes lagen. Außerdem lagen in der Grabfüllung 34 spätantike Bronzemünzen. Die beiden Kindergräber sind vermutlich noch der spätantiken Nutzungsphase der villa rustica südlich des Grabungsgeländes zuzuweisen und geben einen wichtigen Hinweis auf deren Nutzung bis in das 5. Jahrhundert. Als wichtige Hinweise für die nachrömische Besiedlung des Gebietes können die Reste zweier Grubenhäuser aus der zweiten Hälfte des 5. und des frühen 6. Jahrhunderts angesehen werden. Im Bereich der Pfostenspuren fand sich großteilig erhaltene frühmerowingerzeitliche Keramik (5. bis 6. Jahrhundert).

Aus einer weiteren Grube wurde Keramik aus der Zeit um 700 geborgen. Sie repräsentiert den Übergang zur bekannten Walberberger Ware der Karolingerzeit (8. bis 9. Jahrhundert), die über das Rheinland hinaus sogar in weit entfernte Handelszentren wie Haitabu (Dänemark) und Kaupang (Norwegen) verbreitet wurde.

Walberberger Ware der Zeit um 700 und des 8. Jahrhunderts (Zeichnungen: U. Müssemeier, LVR-ABR)

Dank der geomagnetischen Prospektion konnten zwei karolingerzeitliche Töpferöfen gezielt freigelegt werden. Der obere Aufbau  der Öfen war durch die Hangerosion nicht mehr vorhanden. In der Verfüllung des 90 cm tiefen Ringgrabens fanden sich Fragmente einer Lochtenne, die zwischen der Mittelsäule und dem Ofenrand als Rost für das Brenngut diente. Außerdem wurden zahlreiche  Keramikscherben von einfachen Töpfen und Reliefbandamphoren aus dem 8. Jahrhundert geborgen.

Die Einfüllung des Feuerungskanals ist noch nicht herausge- nommen. Sie enthielt zahlreiche Scherben.

Töpferofen mit noch verfülltem Schürkanal und den trapezförmigen Aussparungen. (Foto: U. Müssemeier, LVR-ABR)

GrabungWalberberg06g 004-96


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