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Johannes-Glocke - Die älteste aktive Kirchenglocke in Walberberg

Kunstwerke im sakralen Raum
Die Kirchenglocken von Walberberg

Eine detaillierte Beschreibung der JOHANNES-Glocke mit weiteren Informationen finden Sie hier ...  Weitere Infos finden Sie hier ...

Es ist also festzuhalten, dass die älteste Walberberger Glocke auch die meisten Fragen aufwirft. Vielleicht können wir diese mit der Zeit auch beantworten.

Die JOHANNES-Glocke
Glockennummer: n.b.

Schlagton (Nominal): ges’ +3
Durchmesser: 1.148 mm
Höhe (ohne Krone): 930 mm
Gewicht: 1.000 kg

Gießer: Cort von Stummel, Stommeln bei Pulheim
Material: Bronze
Gussort: Walberberg
gegossen: 25.07.1657
Glockenweihe/Erstgeläut: wahrscheinlich im Aug. 1657

Inschrift (über drei Zeilen)

S IOHANNES BAPTISTA BIN ICH GENANDT DEN LEBENDIGEN RVF ICH ZVM KIRCHGANG DIE TODTEN BEKLAGE ICHM
CORT VON STVMMEL GEVST MICH LOGO-THMR-30

PETRVS LORENIVS CANONICVS S MARG CHRISTINA HORST GI MATTHIAS BEVTER ZUR ZEIT SCHOLTHEIS
ANTHONIVS AVFBERG HENRICVS WOL

BEIDE SCHEFFEN ZU WALBERBERG
A 1657 25 IVLII AVE S IACOBI TAG     

Verzierung: Die Zeilen werden von vier Stegen (Abb. 2) umrahmt. Unmittelbar über der oberen Inschriftzeile umgibt ein Kreuzfries (Abb. 3) die gesamte Glocke. In diesem Fries wiederholt sich stets dasselbe Muster eines Hexagons (Sechsecks), in dessen Mitte ein aus sechs Speichen bestehendes Rad zu sehen ist, das rundum von insgesamt sechs Kreuzchen umkreist wird.

Unter der unteren Inschriftzeile umläuft ein Kreuzfries die Glocke (Abb. 4). Dabei wiederholt sich ständig dasselbe Muster eines Quadrats, in dessen Mitte ein x-förmiges Kreuzchen zu sehen ist, welches von einem Kreis umschlossen wird. In jeder Ecke des Quadrats befindet sich je ein weiteres x-förmiges Kreuzchen.

Die letzten Buchstaben der obersten Inschriftenzeile sind rätselhaft (Abb. 5)! Ein im Vergleich zu den übrigen Buch- staben stark verkleinertes T steht auf dem Querstrich eines nach unten versetzten H und die folgenden Buchstaben M und R verschmelzen miteinander. Achim Bursch nimmt an, dass es sich um eine Abkürzung der lateinischen Worte THEOLOGIAE MAGISTER (= Magister der Theologie) handeln könnte, die man als akademischen Titel des unter ihr genannten PETRVS LORENIVS auffassen könnte.

Symbol/Bildnis: nicht vorhanden!

                                      Bemerkung/Besonderheit:
Hinter der Inschrift S(oror)  MARG(aretha) CHRISTINA HORST, so Achim Bursch, verbirgt sich wahrscheinlich eine SCHWESTER MARGARETHA CHRISTINA HORST, wobei der mit MARG abgekürzte Vorname auch MARGARETHE oder kürzer MARGRET lauten könnte.

War die genannte Schwester eine Nonne oder Begine, also eine Dame, die in klosterähnlicher Form lebte? Wenn ja, wo stand ihr Kloster, denn Mitte des 17. Jahrhunderts gab es in Walberberg kein Nonnenkloster. Wo war die  Schwester tätig? Was verband Sie mit Walberberg?

Warum wurde CORT VON STVMMEL (auch Gotfried = Godert = Goerdt = Cordt van Stommel), also ein Gießer aus der Ortschaft Stommeln bei Pulheim (in damaliger Schreibweise STVMMEL), mit dem Glockenguss in Walberberg beauftragt? Wie damals üblich, so dürfte auch diese Glocke vor Ort in Walberberg und nicht in Stommeln gegossen worden sein.  

             War Schwester MARG CHRISTINA HORST möglicherweise in Walberberg geboren und als Nonne oder Begine in Stommeln tätig? Kannte sie vielleicht CORT VON STVMMEL?
Als sicher kann angenommen werden, dass sie sich an der Finanzierung der Glocke beteiligt hat, denn nur so ist ihr Name als Inschrift auf der Glocke zu erklären. Auch der Familienname Horst ist in Walberberg seit Generationen bekannt, was ein möglicher Bezug sein könnte.