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Wappen von Walberberg
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Verlauf der römischen Wasserleitung nach CöllenDer Römerkanal

Der Römerkanal, der das alte Köln mit Wasser versorgte, durchlief Walberberg entlang der Hauptstraße (vormals Rengaß, Rinjass und Dorfstraße) in einer Länge von etwa 2 km.
Der ursprüngliche Kontrollweg entlang dieses Kanals war sicherlich mitentscheidend für die Entwicklung des Ortes zum Straßendorf.

Bei der römischen Wasserleitung, durch die stündlich ca. 900.000 Liter frisches Eifelwasser nach Köln floss, handelt es sich von der Ausdehnung her um das größte archäologische Baudenkmal nördlich der Alpen.

In der ersten Baustufe hatte der Eifelkanal drei Quell- bereiche im Gebiet der heutigen Gemeinde Mechernich (Kallmuth, Urfey und Dreimühlen). Der Endausbau führte dann noch ein paar Kilometer weiter und mit einer einfachen Trassenlänge von 95,4 km vom "Grünen Pütz" im Rosental (zwischen Nettersheim und Urft / Kreis Euskirchen) bis zum “castellum aquarum”. Das Kölner Wasserkastell stand vermutlich an der Westseite der alten Kölner Stadtmauer (im Bereich Marsilstein/Im Laach), ca. 150 m südwestlich des heutigen Kölner Neumarktes.

Bei diesem technischen Meisterwerk der Antike handelt es sich um das zweitlängste Aquädukt der Welt. Wenn man die alten Wasserleitungen aus dem Vorgebirge (Hermülheim, Gleuel, Bachem) hinzurechnet, dann kommt es sogar auf eine stolze Länge von fast 130 km. Lediglich die Anlage in Karthago war größer. Während die älteren Vorgebirgsleitungen anhand von Münzfunden in die erste Hälfte des ersten Jahrhunderts, etwa 40/50 n. Chr., zu datieren sind, ist der Bau der neuen Eifelleitung wohl zwischen 70 und 90 n. Chr. erfolgt. In diese Zeit fällt wahrscheinlich auch die größte Bauexpansion der Colonia Claudia Ara Agrippinensium (abgekürzt CCAA), dem Standort des Oberkommandos des niedergermanischen Heeres, Hauptstadt der römischen Provinz »Germania Inferior« (Niedergermanien) und nach der diokletianischen Verwaltungsreform Hauptstadt der Provinz »Germania Secunda«.
Teilstück der römischen Wasserleitung / Foto: Keßler
Man geht von einer Bauzeit von ca. 6 Jahren aus, die von etwa 250 Mann in diversen Baulosen erbracht wurde. In der Regel kam auf eine Packlage aus Grauwacke eine U-förmige Rinne aus Stampfbeton. Um den Kanal zusätzlich abzudichten wurde Innen ein rötlicher Mörtelputz aufgetragen. Der bogenförmige Deckel besteht aus Mörtel und Grauwacke. Die Abdrücke der hölzernen Verschalung sind teilweise noch sichtbar.

Untersuchungen der Sinterablagerungen haben ergeben, dass die Wasserleitung bis etwa 270/280 n. Chr. in Betrieb gewesen sein müsste. Das fällt in die Zeit der ersten größeren Frankeneinfälle. Offensichtlich wurde der durch die Kriegswirren beschädigte Wasserkanal im LOGO des Römerkanal-WanderwegsAnschluss nicht wieder hergerichtet.


Seit 1988 kann man die römische Zeit im Eifel- und Vorgebirgsbereich auf besondere Art begehen. Der Römerkanal-Wanderweg führt ent- lang dieser Eifelwasserleitung. Er hat eine Länge von 111,3 km und geht von Nettersheim über Kall, Rheinbach und Hürth bis nach Köln-Sülz. Auf diesem geschichtsträchtigen Weg informieren 75 Schautafeln über die örtlichen Besonderheiten und den Bau der Wasserleitung.

Weitere Infos zu den einzelnen Etappenzielen, aber auch zu anderen interessanten Wanderrouten, finden Sie unter fahrhin.de.