26.10.2025-po
Kleines Fachwerkhaus von 1799
Dieses kleine Fachwerkhäuschen, der Eheleute Johann und Elisabeth Wirtz, befand sich an der Hauptstraße Nr. 3. Das Haus wurde laut einer Türbalkeninschrift über dem hofseitigen Eingang im Jahre 1799 von Heinrich Kübbeler und Agnes Obladen an der damaligen Dorfstraße, auch Rennsjaß genannt, errichtet.

Der vollständige Wortlaut aus der Balkeninschrift lautet:
DIESES HAVS HABEN AVFBAVEN∙LASSE∙NDIE∙EHELEVTE
HENRICH KVEBBELER∙VND AGNES OBLADENS
DEN 6 TEN IVNI∙MDCCLXXXXVIIII
PAX VOBIS IHS DER FRIED SEI MIT EVCH
Dieses Haus haben aufbauen lassen die Eheleute
Heinrich Kübbeler und Agnes Obladen
den 6ten Juni 1799
Pax Vobis IHS Der Frieden sei mit euch
Die Aufnahme des 1998 abgerissenen Fachwerkhauses entstand um das Jahr 1950.
Dieses Fachwerkhaus repräsentiert einen Haustyp, in dem ab dem 15./16. bis weit in das 19. Jahrhundert hinein ein Großteil der Bevölkerung in Walberberg wohnte. Es sind diese kleinen Arbeiter- und Tagelöhnerhäuschen, alle in der Regel nur eingeschossig und aus heutiger Sicht mit kleinster Wohn- und Nutzfläche. Die meisten davon waren giebelseitig zur Straße errichtet, was wahrscheinlich auch an den, aufgrund der Erbteilung, oft sehr schmalen Grundstücken lag. Später, insbesondere ab der preußischen Zeit im Rheinland, bevorzugte die Bauordnung eine traufseitige Bebauung wegen der geringeren Brandgefahr in der dichteren Dorfbebauung.
Über zwei bis drei Stufen wurde mittig auf der Traufseite das Haus betreten. Hier gelangte man ins Zentrum des Hauses, den Herdküchenraum – auch Flurküche genannt – mit dem Großkamin. Daran schließt sich gewöhnlich zu der einen Seite die unterkellerte Stube und zu der anderen Seite eine Wohnkammer an. Über eine steile Holztreppe gelangte man ins Dachgeschoss, wo sich je nach Unterteilung ein bis zwei weitere Zimmer befanden.
Unter der Holztreppe befand sich eine Falltür, durch die man, über eine kleine Treppe hinabsteigend einen kleinen Kellerraum betreten konnte. Bei gerade einmal 50 – 60m³ Wohnfläche, war es nicht selten, dass zwei bis drei Generationen unter einem Dach lebten. Ihre Erhaltung ist umso dringlicher, da sie zu ihrer Erbauungszeit einst die Masse der ländlichen Bausubstanz stellten und auch in Walberberg das Erscheinungsbild des Dorfes dominierten.