05.11.2025-po
Die Metzgerei von Johann Becker
Heute schauen wir auf das Fachwerkhaus der Metzgerei von Johann Becker und seiner Frau Margareta Düffel. Das Foto stammt aus den 1920er Jahren und zeigt den ehemaligen Handwerksbetrieb an der Ecke Hauptstraße/Oberstraße. Es ist leider nicht bekannt, wann das Objekt erbaut wurde. 1929 erfolge der Abriss des Fachwerkhaus, das durch einen Neubau ersetzt wurde. In diesem Neubau, der über Wohn- und Geschäftsräume verfügte, betrieb die Familie Becker über zwei weitere Generationen hinweg eine Metzgerei.
Auf dem Foto kann man sehr gut sehen, dass das Fachwerkhaus im hinteren Bereich einmal erweitert wurde. Vielleicht befanden sich hier die Arbeitsräume der Metzgerei. Neben Johann Becker verfügte 1892 nur noch Stephan Pieck (Restauration & Metzgerei, Hauptstraße 97 [heute: Hauptstraße 144] im Dorf über ein eigenes Schlachthauses für seine Metzgerei.

Anekdote:
Beim Abriss des alten Fachwerkhauses im Jahre 1929 begab sich eine Besonderheit. Als der Bauschutt des alten Hauses auf Karren aufgeladen wurde, befand sich auch ein kleines Marienfigürchen aus Gips darunter, welches man als nicht wertvoll erachtete und im alten Haus zurückgelassen hatte. Während des Transports fiel dieses Figürchen vom Karren, ohne – was verwunderlich war – zu zerbrechen. Unbedacht wurde es wieder auf den Karren aufgeladen.
Aber dieser Vorfall wiederholte sich ein weiteres Mal. Das Figürchen fiel wieder zu Boden, ohne zu zerbrechen. Da erst wurden die Fuhrleute nachdenklich. In neu erwachter Ehrfurcht wurde das Figürchen geborgen und wieder mit nach Hause genommen. Im Neubau erhielt dieses Figürchen nun einen neuen ehrwürdigen Platz. Noch heute kann man es in einer Nische der Westfassade sehen.

Im August 1900 wird vom Gemeinderat die Einführung einer Biersteuer in Walberberg genehmigt, die ab dem 01.03.1901 erhoben wurde. Für Walberberg gab es je eine Meldestelle im Ober- und eine im Unterdorf. Im Oberdorf war die Meldestelle im Haus Hauptstraße 21 beim Gastwirt und Ackerer Heinrich Leyendecker und im Unterdorf im Haus Oberstraße 1 beim Metzger Johann Becker. Bei Johann Becker weist ein entsprechendes Schild am Objekt mit der Aufschrift „Biersteuer Meldestelle Walberberg II“ darauf hin. Für ihre Tätigkeit wurden die Biersteuerbeauftragten im Jahre 1901 mit einer Vergütung von 5 Pfennig pro Hektoliter entlohnt.